Der erste Tag in Freiheit..

So gross war die Vorfreude, so sehr hab ich mich auf meine Freiheit gefreut. Und nun als sie hier ist.. nichts... leere... innerlich durcheinander von den letzten Wochen, die vielen Ereignisse die nicht dem Alltag entsprechen, alles loslassen, die jobs, die Freunde, die geliebten Berge, die gewohnte Umgebung, meine Tiere. Was ist, wenn das alles weg ist? Was bist du dann? Wenn keine Bestätigung vom job kommt, wenn da keine Struktur mehr ist, was ist dann? Leere...und ein Gefühl von "was mach ich hier eigentlich?" 

Der erste Tag im Wallis konnte ich wirklich noch nicht geniessen, zu sehr war ich noch mit vergangenem beschäftigt. Und zu wenig konnte ich mir vorstellen, was nun folgt. Funktioniert das auch? Fühlt sich die Freiheit gleich an, wie in den Ferien? Geniesst man Ferien mehr, weil sie nicht endlos sind? Wird das Reisen zum Alltag? Komme ich alleine klar? Ich meine nicht nur kurz ein- oder zwei Wochen alleine verreisen, nein, vielleicht werden es Monate. Und ja, da gibt es Stationen mit Menschen, die auf mich warten, in Sizilien zum Beispiel, aber was ist dazwischen? Es ist spannend, mit was wir uns identifizieren, und das geht ja nicht nur mir so. Ein Konstrukt, egal ob Familie, Arbeit, Freunde, Beziehung geben uns Halt und Sicherheit, ein Gefühl von zu Hause sein, von ankommen. Oder wenn ein Tier zu Hause auf dich wartet, man wird gebraucht, hat seinen Platz. Auch wenn der manchmal erdrückend sein kann, zu viel, zu stressig. Es ist trotzdem unser zu Hause, das altgewohnte, vorhersehbares. Fühle ich mich da nun ausgeschlossen? Fehl am Platz? Nicht mehr geliebt? Vielleicht, vielleicht muss ich mich auch nur neu definieren, mich neu finden, Geborgenheit und ein zu Hause in mir selbst finden. Dann spielts keine Rolle mehr wo ich bin. Geht das so einfach? 
Der 2. Tag und ich fühl mich schon viel mehr bei mir, viel mehr Frieden ist in mir, ich kann mich endlich auf die Umgebung, die Natur einlassen, ich kann selbst bestimmen, ob es mir gut geht oder nicht, ob ich mir Sorgen mache, oder einfach so akzeptiere wies gerade ist. Ich hab mir den Druck von der Schultern genommen und lasse es einfach auf mich zukommen. Ich werde solange unterwegs sein, wie es mir Freude bereitet, ich werde zurückkommen, wenn ich möchte oder es brauche. Ich werde einen Job annehmen oder suchen, wenn ich ihn brauche oder Lust auf Struktur habe. Ich werde auf mich selbst achten und meinem Herzen folgen, wohin es auch gehen möchte. Es soll kein Zwang sein, und die oberste Priorität ist, dass es sich richtig anfühlt, es stimmig ist. Dann ist alles gut, mir gehts gut und allen anderen wohl auch, weil sie wissen, dass sie mir vertrauen können, dass ich auf mich achte und einfach MEINEN Weg gehe, auch wenn der ab und zu anders ist, als andere.


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